aus dem Heimatkundlichen Jahrbuch des Kreises Segeberg, 1984, S. 34 ff
(bei den Familiendaten im Anhang habe ich mir erlaubt noch
einige aus dem Stellenverzeichnis des Hans Riediger zu ergänzen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit / Jan-Uwe Schadendorf)
Karl-Rudolf Storjohann, Neumünster.
Wie die Bramstedter Müller-Familie Wichmann - Paustian
ihre Erbpacht-Rechte sicherte
Eine familiengeschichtliche Rekonstruktion aus Kirchenbüchern
Erbpachtverträge zwischen Mühlen
-besitzern und Müllerfamilien wurden zuerst im 18. Jahrhundert abge- schlossen. Besitzer waren seit dem Mittelalter die Landesherren, der Adel und die Klöster. Die Pachtverträge
wurden zunächst nur kurzfristig auf drei, höchstens auf fünf Jahre abgeschlossen. Erst im 16. Jahrhundert verlängerte man aus Zweckmäßigkeitsgründen auf sechs bis zehn Jahre. Die Einnahmen
beschränkten sich nicht nur auf die „Matte" (Anteil des Müllers an gemahlenem Getreide), der auch in bar gezahlt werden konnte. Oft war
mit der Mühlenpacht das Fischerei-Recht (Aalreusen) und Branntwein-Brennerei u. Bierbrauerei-Rechte
verbunden, so daß die Müller es oft zu Wohlstand brachten. Dadurch genossen sie eine gewisse Sonderstellung, konnten Geld ausleihen, aber auch in einigen Fällen betrügen.
Wie stand es nun, was die Rechtslage betrifft, mit der Bramstedter Wassermühle?
Bis zum Jahre 1633 unterstand die Mühle dem königlich dänischen Amt Segeberg, und die Pachtsumme mußte
an die Glückstädter Kanzlei gezahlt werden. Daher der Name Kanzlei-Mühle.
1632 kaufte der dän. König Christian IV. das Gut Bramstedt, um es ein Jahr später seiner Geliebten Wiebke
Kruse, Bauerntochter aus Föhrden-Barl zu schenken. Die adeligen Berater des Königs, selbst Gutsbesitzer, rieten ihm aus ihren eigenen Erfahrungen, die Mühle zum Gut zu legen, um die Erträge zu verbessern.
Die verwickelte Guts-Geschichte hat Wolfgang Prange in der Zeitschrift f. Schlesw. -holst. Geschichte 1966
ausführlich dargelegt. Auch nach Wiebke Kruses Tod (1648) bleibt die Mühle unter ihren Erben beim Gut. Die
Tochter Elisabeth Sophie Gyldenlöwe hatte den Generalmajor in Norwegen Klaus v. Ahlefeldt geheiratet; der
zwar ein bedeutender Feldherr und für den dän. König unentbehrlich war; zum erfolgreichen Gutsherrn eignete
er sich jedoch weniger. Hinzu kam, daß im Jahre 1659 im sogenannten „Polackenkrieg" brandenburgische u.
polnische Truppen mehrere Wochen in Bramstedt lagen und dänische und schwedische Truppen durch den Flecken zogen. Die finanzielle Notlage Dänemarks zwang Friedrich III. Gelder aufzunehmen, was 1665 zur
Verpfändung des großen Amtes Segeberg an zahlungsfähige Adelige, so zum Beispiel die Grafen v. Königsmarck führte. Alles Ereignisse, die den Wohlstand des Fleckens schwer schädigten.
In dieser Phase erbte die Enkelin Wiebke Kruses, Christine Sophie Amalie v. Ahlefeldt, Gut und Mühle. Die
Lebensumstände dieser Dame würden Ausgang des 20. Jahrhunderts etwa dem Trend der Zeit entsprechen,
waren jedoch zu ihrer Zeit bemerkenswert außergewöhnlich und zeichneten sich durch drei z.T. geschiedene
Ehen, Prozeßlust und ständig absinkenden Lebensstandard aus. Dieses spielte sich in den Jahren zwischen
1669 und 1729 ab, und betraf in besonderem Maße die Müller-Familie Wichmann. Aus der beigefügten Zeittafel
möge man sich über ihre Familienverhältnisse orientieren. 1697/98 mußte sie das Gut Bramstedt an den aus niedersächsischem Adel stammenden Oberstleutnant und Hessen-kasselaschen Oberberghauptmann Johann
Ernst von Grote verkaufen, der auch nicht gerade ein Ausbund von Tugendhaftigkeit war, denn er wurde unter
anderem der Falschmünzerei verdächtigt; und es kam zu Prozessen zwischen der Verkäuferin des Gutes, der jetzt in ihrer 3. Ehe Baroneß von Dieden genannten Enkelin der Wiebke Kruse.
Die Mühle hatte Christian IV. seinerzeit der Wiebke Kruse, aber auch ihren Erben zum Nießbrauch vermacht, mit der Auflage, daß sie nicht mit dem Gute verkauft werden durfte.
Die Baroneß von Dieden, inzwischen verarmt, zog mit ihren Domestiken in die Mühle, was begreiflicherweise zu
Streitigkeiten mit der Müller-Familie Peter Wichmann führen mußte. Sie kündigte dem Müller Peter Wichmann (II
) (siehe Tabelle Pächterreihenfolge) die Mühlenpacht, weil sie sich von einem neuen Pächter eine höhere Pachtsumme versprach. Doch für sie lief die Sache schief, denn sie schuldete dem Peter W. noch eine
beträchtliche Geldsumme, die sie zur Prozeßführung mit dem jetzigen Gutsbesitzer von Grote benötigte. Nach
einem Beschluß der dän. Regierung wurde sie den Müller nicht eher los, bis sie ihm ihre Schulden beglichen
hatte. Diese Misere spielte sich während der allgemein wirtschaftlich schlechten Lage ab, die durch den
Nordischen Krieg ausgelöst worden war (1700-1721). Es war auch noch die Zeit der kurzfristigen Mühlen-Pachtverträge. Ein Hinweis, wo sich der 3. Ehemann zu der Zeit befand, läßt sich aus den Akten nicht
entnehmen. Als 1721 der Müller Peter Wichmann starb, ließ die Baroneß von Dieden kurzerhand die Müllerswitwe ausquartieren. Mit dieser Maßnahme drang sie jedoch beim dän. König nicht durch, wie sehr sie
sich auch bemühte, ihre Lage in den schwärzesten Farben zu schildern. Selbst die Äußerung „sie müsse mit
ihren Domestiken crepieren, wenn der König ihr nicht beistünde", verfing nicht. So muß es bis zu ihrem Tode
1729 wohl recht unerfreulich auf der Mühle zugegangen sein. Nach dem Tode der Baroneß von Dieden erbte
ihre einzige Tochter Charlotte von Oertzen (aus ihrer 1. Ehe), die mit einem in Ungarn wohnenden Grafen Thomas Theodor von Schmiedegg verheiratet war, die Mühle.
Die Aversion gegen die Müllerfamilie W. scheint zunächst auch wohl von der gräflichen Familie von
Schmiedegg übernommen zu sein, denn obwohl der Sohn Siegfr. H. Christ. W. des verstorbenen Peter W. 1728
heiratete, hat es den Anschein, daß die Schmiedeggs mit einem andern Müller einen Pachtvertrag abschlossen;
denn im Bramstedter Kirchenbuch findet sich am 16.2.1732 eine Taufeintragung einer Tochter Charlotte des
Müllers Jochim Witte mit den Paten Charlotte Baroneß de Schmiedegg, und als weiterer Pate tritt der
Glückstädter Advokat Paul Niemann auf, der als Anwalt der Familie von Schmiedegg häufiger in Aktion tritt. Man
kann daraus wohl mit einiger Sicherheit schließen, daß zu dieser Zeit Jochim Witte der Pächter der Mühle war.
Doch scheint dieser Vertrag nur kurzfristig Gültigkeit gehabt zu haben, denn Harbeck nennt in seiner Chronik
von Bramstedt Peter Haack in den Jahren 1740-46 als Mühlen-Pächter, der, der sich jedoch dadurch in Schwierigkeiten begab, daß er ohne Genehmigung einen After-Pächter Kühl einsetzt, möglicherweise aus
Krankheitsgründen, denn Peter Haack stirbt 1750.
Nun taucht wieder - vielleicht war er der potentere Zahler - der Sohn Peter Wichmanns Siegfr. H. Christopher
W., mit 44 Jahren (1746) diesmal als 1. Erbpächter auf. Er muß von der Familie her als vermögend gelten. 1721
beim Tode des Vaters war er 19 Jahre, zu jung, um als Mühlenpächter akzeptiert zu werden. Mit 26 Jahren
heiratet er 1728 in Bramstedt, dort werden vor 1746 sechs seiner Kinder geboren, und 1734 ist er Besitzer
eines Hauses im Flecken. Im Zusammenhang mit dem Erbpacht-Vertrag verpfändet er sein schuldenfreies Haus,
das zwischen Kirche und Mühle liegt als Sicherheit für den Grafen von Schmiedegg. In einem zweiten Vertrag
bürgen für ihn zwei Fleckensbewohner mit einer Summe von 500 Rthl. Immerhin ein Beweis für sein Ansehen im
Flecken. Leider muß die Frage, was für eine Tätigkeit er vor 1746 ausgeübt hat, offenbleiben, denn es ist nicht
wahrscheinlich, daß er als wohlhabender Hausbesitzer unter den Müllern Witt und Haack in der Kanzlei-Mühle gearbeitet hat.
Bevor auf die Erbpacht-Familie Siegfr. H. Christ. W. näher eingegangen werden soll, ist noch ein kurzer
Rückblick auf die vorhergehenden Generationen Wichmann nötig, obwohl die Zusammenhänge weitgehend ungeklärt sind.
Aus einer Notiz in Harbecks Chronik läßt sich entnehmen, daß nach 1721, dem Todesdatum des Vaters von S.
H. Chr. W. die Witwe Rechnungsbücher von der Mühle ihres Mannes und Schwiegervaters vorlegen kann.
Daraus läßt sich entnehmen, daß es vor diesem Zeitpunkt mindestens zwei Müllergenerationen - beide mit dem
Vornamen Peter - Wichmann gegeben hat. Leider wird auf der großen Sandsteingrabplatte an der Südseite der Kirche der Beruf des Verstorbenen nicht genannt. Die Inschrift lautet:
„Anno 1703, den 3. Novembris ist der wohlehrenhafte und großachtbare Herr Peter Wichmann's selig in dem
Herrn entschlafen und allhier begraben. Seines Alters 78 Jahr.
Anno 1699, den - Martis ist die wohlehrenwerte und großachtbare - Wichmann's selig in dem Herrn
entschlafen und allhier begraben. Ihres Alters 76 Jahr und haben miteinander im Ehestand gelebt 53 Jahr."
Darüber befindet sich ein Wappen, das einen Mann mit Keule darstellt, und, heraldisch korrekt ausgeführt ist.
Aus der Inschrift der Grabplatte kann man entnehmen, daß es sich um einen, wohlhabenden freien Bürger
Bramstedts gehandelt hat. Seine Lebensdaten sind ebenfalls aus der Grabplatte bekannt. Das jugendliche
Heiratsalter des Mannes - er war bei der Eheschließung 21 Jahre - läßt den Schluß zu, daß auch er schon aus
einer wohlhabenden Familie stammen muß. Leider fehlen auf der Grabplatte Angaben über den Beruf, Geburtsort
und den Familiennamen der Ehefrau. Möglicherweise ist dieser Peter W. (I) schon Mühlenpächter in Bramstedt
gewesen, als die Mühle noch zum Stegdinger Hof gehörte. Falls er schon bei seiner Heirat 1646 Mühlenpächter war, wäre das noch unter der Ära Wiebke Kruses - Christian IV. gewesen, die beide 1648 starben.
In den Bramstedter Schuld- und Pfandprotokollen findet sich der Name Peter Wichmann seit 1660. Die Akten
sind nicht überprüft, es hat jedoch den Anschein, daß in Bramstedt gleichzeitig mehrere Namensträger auch
gleichen Vornamens wohnten. Die oben erwähnte Witwe des Müllers Peter W. (II) hieß Magdalene Haß(en) und
stammte aus Itzehoe. Ob die Ehefrauen Haß aus Itzehoe, und Gätgens aus Elmshorn auch Müllerfamilien
entstammen, ist nicht geprüft. Hiermit mögen die Spekulationen über die älteren Generationen Wichmann ein Ende haben. Die Übersicht in der Anlage über die Lebensdaten der einzelnen Generationen möge für
Interessenten eine Hilfe sein. Nach Abschluß der Arbeit fand sich im Landesarchiv Schleswig unter den
Bramstedter Schuld- und Pfandprotokollen (Abt. 110,3. Folie 532, Jahrg. 1734) unter dem Dat. vom 4.1.1735
der Hausbrief für Siegfried Hans Christopher Wichmann, der Übergabevertrag des elterlichen Hauses durch die Witwe des 1721 verstorbenen Peter Wichmann (II) Magdalene Wichmann geb. Haß(en) aus Itzehoe.
Es wird hierin die Lage des Hauses zwischen dem Pastorat und dem Haus von Claus Rathgen angegeben; und
es ist darin von einer Mälzerei die Rede. Ferner wird ein zweiter, sicher älterer, Sohn Gosche W. (Confirmation
eines Gosche W. 1708 im Bramstedter Kb.) genannt, der als Interessenvertreter seiner Mutter auftritt, (dieser
Gosche Wichmann lebt als Kaufmann in Krempe und hat einen Sohn ebenfalls mit dem Vornamen Peter W., der
Bürgermeister in Krempe war geb. 20.5.1720, + 12.11.1783, oo 9.11.1760 mit Margarethe Junge, die am 17.12
.1771 +, die Ehe war kinderlos. Peter W. war ihr 3. Mann.) und der häufig als Pate bei den Wichmanns in Bramstedt u. den Hahn's in Caden erscheint.
Für die Mutter ist ein in allen Einzelheiten festgelegtes Altenteil-, Versorgungs- und Wohnrecht angegeben.
Außer dem Haus erbt der jüngste Sohn Siegfr. H. Christopher W. Ländereien, die schon der Großvater Peter W. (I) erworben hatte, und Kühe, Pferde und Geräte für die Landwirtschaft.
Es gibt einige Anhaltspunkte dafür, daß es sich bei diesem Besitz um die frühere „Vikarie" handelt, um die
früher, wie Harbeck in seiner Chronik berichtet, ein längerer Streit bestand, zwischen der Bramstedter Kirche -
das Gebäude liegt im Bramstedter Kirchenland - einerseits und dem Hamburger Domkapitel, dessen Dompröpste,
5 an der Zahl, der Familie Rantzau angehörten. Das Gebäude, während der kathol. Zeit als Unterbringung für die Vikarie genutzt, fand nach der Reformation keine so rechte Verwendung und wurde nachdem es
vorübergehend als Schule diente an Privatleute verheuert, die zu 9 Teilen der Bramstedter Kirche und zu 1 Teil dem Hamburger Domkapitel Mietzins zahlten.
Als 2. Pächter wird der Barbier - sie nahmen bekanntlich in damaliger Zeit die Position der Ärzte ein - Hans
Meulken (Moyelken) genannt (1588), nach ihm sein Sohn Dietrich M., dann der Schwiegersohn von Hans M.,
Rötger Lindemann, der sich nur dem Hamburger Domkapitel als Vermieter verpflichtet fühlte, (über ihn siehe
Harbecks Vikarie-Kapitel.). Um 1657 wird Peter Wichmann (I) als Schwiegersohn von Rötger Lindemann bezeichnet (LAS 1660 Abt. 110,3, Fol. 66). In den Streitereien um das „Vikarien-Haus" spielt eine
Schankgerechtigkeit eine erhebliche Rolle, die seit der kathol. Zeit bestand und die die Haupteinnahmequelle
auch für die späteren Mieter war, bis sie zur Zeit Rötger Lindemann's vom König auf Betreiben der Kirche und
anderer Gastwirte des Fleckens aufgehoben wurde, nur vorübergehend?, denn in dem Abtretungsvertrag des Hauses an Siegfr. H. Christopher W. ist von einer Mälzerei die Rede.
Bei dieser Annahme würde verständlich, daß die Familie Wichmann, die nach dem Tode von Peter W. (II) 1721
die Mühlenpacht verlor (siehe Seite 1 unten), durch die Landwirtschaft und möglicherweise auch durch die Gastwirtschaft ihr Auskommen fand in der Zeit von 1728-1747, dem Eheschließungsdatum Siegf. H.
Christophers und der erneuten Übernahme der Mühle durch den ersten Erbpachtvertrag 1747.
Das Streitobjekt, die „Vikarie" müßte dann von Peter W. (II) von der Bramstedter Kirche und dem Hamburger Domkapitel käuflich erworben sein.
Der Beweis für diese Annahme ließe sich nur durch eine genaue Durchsicht der Schuld- und Pfandprotokolle u. der Akten des Hamburger Domkapitels erbringen.
Wenden wir uns nun der 1. Generation, den Kindern des 1. Erbpachts-Müllers Siegfried Hans Christopher
Wichmann zu. Der Vorname Siegfried ist im 18. Jahrhundert in Schleswig-Holstein recht ungewöhnlich. 1702 im
Geburtsjahr fehlt die Taufeintragung im Bramstedter Kb. und damit auch die Paten, die über die Herkunft des
Namens hätten Auskunft geben können. Jedenfalls bleibt Siegfried über mehrere Generationen bei den
Wichmanns so etwas wie ein Leitname. Wir hörten bereits, daß Siegfr. H. Chr. W. am 24.1.1728 in Bramstedt
Anna Margaretha Gätgens aus Elmshorn heiratete. Die Urkunden sind zu dieser Zeit kärglich, so daß wir über
die Eltern der Frau nichts erfahren. Vielleicht war sie bereits Waise, so daß die Eheschließung auch nicht im Geburtsort der Frau erfolgen konnte.
Als Basis für die Sicherung der Erbpachtfolge muß dieser Generation ein breiter Raum gewidmet werden, ihre
Lebenswege lassen sich in den Kirchenbüchern von Bramstedt, Kaltenkirchen, Nortorf, Wedel, Kiel und
Bredstedt dank der ausführlichen Sterbeurkunden in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gut verfolgen (siehe
Anlagen). Zwischen 1731 und 1753 wurden dem Ehepaar 9 Kinder geboren, von denen 3 im frühen Kindesalter
starben. (Taufen: Anna 23.3.1733. Harm Anton 25.5.1735. u. Friedrich Christian, 5.2.1749). Von den Sechsen,
die das Erwachsenenalter erreichten, waren 5 Söhne, von denen zwei Müller wurden, einer als Nachfolger des
Vaters in Bramstedt, Siegfried Christopher, einer als Müller in der Wassermühle zu Bünzen, Hans Hinrich. Die
einzige Tochter Magdalena heiratete ebenfalls einen Müller Daniel Hahn von der Gutsmühle Caden. Der älteste
Sohn Peter wurde zunächst in Kaltenkirchen, später in Segeberg Kirchspielvogt; ein weiterer Sohn Georg
Friedrich wird Pastor in Rendsburg, später in Wedel (Holst.). Seinen Söhnen kommt die Aufgabe zu, die
Erbpachtsfolge auf der Bramstedter Mühle zu sichern. Der jüngste Sohn Johann Christian, 1/2 Hufner und
Gastwirt in Bramstedt, erlag schon im Alter von 34 Jahren, kinderlos der Schwindsucht (Tuberkulose). Ein Zwillingspaar, 1785 geboren, war schon vor ihm verstorben. Joh. Christ. W. (III 9
) geb. 13.10.1753. + 31.1.1787.
Wenn auch die Todesursachen in Sterbeurkunden, weil sie oft nur Krankheitssymptome beschreiben, mit
starkem Vorbehalt zu verwenden sind, so läßt sich doch für die Familie Wichmann feststellen, daß in einem
Zeitraum von 53 Jahren (von 1773-1826) eine Häufung von Schlaganfällen in drei Generationen in immer
früheren Alter nachweisbar war, wobei die Frage offenbleibt, ob eine familiäre Krankheitsbereitschaft oder eine
Wohlstandslebensweise bzw. beides die Ursache waren. Auch eine familiär bedingte Häufung von Zwillingsgeburten konnte festgestellt werden.
Von den Kindern des Erbpachts-Müllers S. H. Chr. W., erreichte der Älteste, Peter Wichmann (III 1) im Amt
Segeberg die größte Bedeutung. Mit 32 Jahren wurde er 1763 kgl. dän. Kirchspielvogt in Kaltenkirchen und
heiratete am 23.10.1764 in Kaltenkirchen Sophia Hedewig Hoyer, Tochter des aus einer alten Pastorenfamilie
stammenden Kaltenkirchener Pastors Andreas Hoyer. Er wurde in Kaltenkirchen Nachfolger des Justizrats und
Oberkriegscommissionsrates Peter Bruhn. Wo Peter Wichmann seine Ausbildung bekommen hatte, läßt sich
schwer feststellen, wahrscheinlich in einer Kirchspielvogtei der Umgebung, vielleicht sogar in Bramstedt selbst.
Peter W. war als Müllersohn in der Lage, das Kirch-spielvogteihaus in Kaltenkirchen zu kaufen. Während seiner
Amtszeit in Kaltenkirchen fiel ihm die Durchführung der Verkoppelungsverordnung von 1771 zu. Bis 1775 blieb er
in Kaltenkirchen und wurde dann nach Segeberg berufen. In Kaltenkirchen wurden dem Ehepaar 6 Kinder geboren, ein 7., der Sohn Andreas, in Segeberg. 1789 hat Peter W. das Segeberger Kirchspielvogteihaus
bezogen (jetzt Höhlenbäckerei), dessen Bauherr er war.
Der älteste Sohn, mit den Vornamen des Großvaters Siegfr. H. Chr., studierte Jura in Kiel und wurde Advokat
in Bredstedt. Seine Ehe blieb kinderlos.
Die Tochter Anna Margaretha Christina (Taufe 28.6.1768 in KKirchen West) heiratet den Segeberger
Postmeister Theodor Peter Koch, der nach dem Tode seines Schwiegervaters die Postmeisterei in die Kirchspielvogtei verlegte. Es muß wohl das ansehnlichste Haus in Segeberg gewesen sein, denn im Dezember
1813 wählte es Graf Bernadotte als ranghöchster Offizier der combinierten Nordarmee als Hauptquartier, bis er
es nach Kiel verlegte. Der Postmeister Th. P. Koch starb 1824. Hans Siemonsen schreibt in seinem Buch
„Segebergs ältere Häuser", daß nach dem Postmeister Koch der Senator und Kalkbergkontrolleur Christian
Friedrich Magnus, der mit Anna Magdalena Wichmann, einer Tochter des Bünzener Müllers und Bruder des
Kirchspielvogtes P.W., verheiratet war, das Haus bewohnte. Magnus und sein einziger Sohn waren schon 1822,
also vor dem Postmeister gestorben. So kann demnach nur die Witwe Frau Magnus in das Kirch-spielvogteihaus eingezogen sein. Sie war wohlhabend, denn sie hatte nicht nur von ihrem Vater, der seit 1781 als
Branntweinbrenner in Kiel gelebt hatte und dort zu Wohlstand gekommen war, sondern hatte auch noch mit ihren Geschwistern die Bünzener Mühle geerbt. Der Grabstein ihres Mannes und Sohnes, von Simonsen
beschrieben, steht heute noch vor der Segeberger Kirche. Sie ist nicht, wie Simonsen vermutete, aus
Segeberg fortgezogen, sondern hat noch bis 1853, ihrem Todesjahr, in Segeberg gelebt und vielleicht weiter
zusammen mit dem Nachfolger ihres Onkels, dem Kirchspielvogt Lange (t 1835) und seiner Familie, im Kirchspielvogteihaus gelebt und das Haus 1841 an den Gastwirt Hinrich Fürstenberg verkauft.
Ein Sohn Peter (Taufe 26.11.1770 Kaltenkirchen West) lebte in Heilshoop, Ksp. Zarpen, war vor 1829
verstorben, hinterließ vier Kinder. (Da seine Sterbeurk. nicht im Zarpener Kb. eingetragen ist, ist der Beruf nicht bestimmbar.)
Die Tochter Catharina Frederike Hedwig W. geb. 1775 noch in Kaltenkirchen heiratete am 22.3.1796 den
Freiherrn Otto Diedrich von Brockdorff (geb. 7.9.1764), Sohn des Landrats und Amtmann zu Rendsburg und
Gutsbesitzer von Klein-Nordsee und Marutendorf Hans Schack von Brockdorff und der Frederike Anna Sophia
geb. Gräfin Schack. O.D. von Brockdorff war von 1804-1811 Forst- und Jagdjunker in Plön, später lebte das
Paar in Glücksburg. Er starb am 31.1.1831, seine Frau den 2.6.1849. Eine weitere Tochter Sophia Maria Agneta
starb 2jährig (1773 -1775). daß ein Brockdorff eine Bürgerliche heiratete mag eine Fernsteuerung aus dem Paris
der 90er Jahre sein. Der jüngste Sohn des Kirchspielvogtes Peter W., als einziges in Segeberg geborenes Kind,
hieß Andreas (Taufe' 17.9.1779, confir. 1795) - der sonst nicht in der Familie W. übliche Name Andreas
stammte von seinem Taufpaten, dem Amtmann Andreas Schuhmacher und von zahlreichen Pastoren-Vorvätern
(Andreas Hoyer) seiner mütterlichen Linie. Bei dem Tode der Mutter 1820 lebt er in Petersburg, unverheiratet, leider fehlt die Berufsangabe.
Die 1737 geborene Tochter Magdalena (Malen III 4) W. heiratet in die Berufsklasse des Vaters und zwar am
3.11.1758 in Bramstedt den Müller Daniel Hahn aus der Gutsmühle Caden, dessen Vater gerade gestorben war.
Dieses Ehepaar hinterläßt eine zahlreiche Nachkommenschaft (siehe Sterbeurk. Daniel Hahn in der Anlage),
darunter der bekannte schleswig-holst. Maler Siegfried Detlev Bendixen (1786 in Kiel geb., + nach 1864 in
London), dessen väterliche Familie aus Apenrade stammt. (Ratsherr Hans Bendixen und Botilla geb. Schade) (Siehe Lilly Martius, Schleswig-Holstein. Malerei, Wachholtz-Verlag 1956).
Hans Hinrich W. (III 5), geb. in Bramstedt, Taufe 6.7.1740, ergreift den Beruf des Vaters, wird aber nicht
sein Nachfolger, sondern heiratet in die Bünzener Wassermühle ein, und zwar Margarete Humfeldt (Homfeldt),
die Tochter des Bünzener Müllers Heinrich Friedrich Humfeldt u. der Margarete geb. Harder. Die Humfeldt's sind
seit Generationen als Müller in Bünzen nachweisbar. Schon um 1750 hatte ein Bruder des Cadener Müllers
Daniel Hahn, Hans Hinrich Hahn, als 2. Mann der Witwe Hinrich Friedrich Humfeldt (siehe Sterbeurk.) in die
Bünzener Müllerfamilie Humfeldt eingeheiratet und war somit der Vorgänger des Hans Hinrich Wichmann gewesen. Man sieht hieraus die engen Verflechtungen der Müller-Familien untereinander. Die hohe
Kindersterblichkeit in dieser Familie scheint durch innerfamiliäre Infektion an Tuberkulose bedingt gewesen zu
sein, denn nicht nur aus der Ehe Hahn-Humfeldt starben alle 6 Kinder vor dem Vater Hans Hinrich Hahn (siehe
Sterbeurk.), und er selber war ein Jahr vor seinem Tode schwächlich, (+ Januar 1785), auch 4 Kinder der Ehe
Hans Hinrich W. starben im frühen Kindesalter, möglicherweise könnte dies für die Familie Hans Hinrich W. der
Grund gewesen sein, von Bünzen nach Kiel zu ziehen und die Bünzener Mühle anderweitig zu verpachten (siehe
Reimer Böken, Aukrug, Bünzener Mühle). Denn 1781 ist Hans Hinrich W. deputierter Bürger Kiels und wohlhabender Branntweinbrenner auf dem großen Kuhberge. Eine Tochter Margarethe Friederika wurde noch in
Kiel geboren, aber 5 Jahre später stirbt die Mutter geb. Humfeldt im Alter von 44 Jahren. Die 5 Kinder, die die
Mutter hinterläßt, erben 1788 die Bünzener Mühle. Beim Tode des Vaters 1818, er war in Kiel noch eine 2. Ehe
eingegangen (geb. Hasenkamp), lebten noch 4 Kinder 1. Ehe. Eines dieser Kinder war Frau Anna Magdalena Magnus in Segeberg.
Von den in Bünzen geborenen 3 Söhnen des Müllers Hans Hinrich W. muß vor 1818 noch einer gestorben sein.
Infolge der lapidaren Kürze der Kieler Sterbeurk. erfahren wir über die überlebenden zwei Söhne nichts, im Kieler Bürgerbuch sind sie nicht aufgeführt.
Die jüngste Tochter Margaretha Friederika heiratet um 1800 den Theologie-Studenten Jasper Hansen, 1802
wird ihnen eine Tochter Henriette geboren. 1803 wohnen sie in Kiel bei dem Vater der Frau. Hansen ist 1807
Diakon in Marne, von 1830-1833 Pastor ebendort. Mit 53 Jahren wurde er emeritiert und starb 1859 in
Fiedericia. Eine Tochter Margarethe Dorothea heiratet den Büsumer Pastor Thees Behrens (+ 1869). (In der Anlage der Bericht über die Bünzener Mühle.)
Siegfried Christopher Wichmann (III 6), Taufe 13.9.1742 Bramstedt, gestorb. 5.7./begr. 8.7.1811 in Bramstedt.
Er wird als Nachfolger des Vaters nach dessen Tod 1773 also mit ca. 30 Jahren die Erbpacht der Bramstedter
Mühle übernommen haben. Seine drei kinderlosen Ehen siehe Anlagen. Er hat zwar 37 Jahre die Mühle geführt,
konnte jedoch keinen Nachfolger für die Erbpacht stellen. Er starb mit 68 Jahren 10 Monaten an den Folgen eines Schlaganfalls.
Über die Bünzener Wassermühle berichtet G. Reimer, Böken in der Geschichte des Aukruges.
„Da die Mühle dem Amt Rendsburg, also dem dän. König, unterstand, hieß sie .Königsmühle'. Schon 1552 wird
die Mühle und ein Mühlenpächter namens Humfeldt genannt. 1731 sucht der Müller Heinrich Friedrich Humfeldt
um einen Erbpachtsvertrag nach, der am 4.7.1732 vom König genehmigt wird. Im Todesfalle muß der Erbe des
Erbpächters (wie wir in Bramstedt u. Bünzen sahen, konnte es auch eine Tochter des Erbpächters sein) um
Bestätigung der Erbpacht nachsuchen. Hinrich Friedrich Humfeldt war der letzte Träger des Namens Humfeldt.
Er übernahm die Mühle am 4.4.1747, starb aber kurz darauf, und die Erbpachtfolge ging auf seine kleine
Tochter Margarete über. Die Mutter hatte inzwischen den Müller (Hans Hinrich) Hahn geheiratet. Sie verwaltet
für die Tochter Margarete die Mühle (mit ihrem 2. Mann Hahn) bis zur Heirat im Jahre 1765 mit dem Müller Hans
Hinrich Wichmann aus Bramstedt." Reimer, Böken fährt dann fort: „Die letzten Erbpächter waren die 5 Kinder
Wichmann. Sie übernahmen die Mühle am 25.10.1786 und verpachteten sie. Als Afterpächter wurde Jochim
Hudemann genannt (also keiner der 3 Söhne des Hans Hinrich Wichmann). 1801 verkaufte der frühere Erbpacht-Müller in Bünzen Hans Hinrich Wichmann die Mühle wieder an den dänischen König."
Sterbereg. Nortorf, 1779, Nr. 52, S. 259. 17.6./begr. 19.6. 64 Jahre.
Margarethe Hahnen, aus Bünzen, des weil. Hans Harder's in Bünzen und weil. Margarethe H. geb. S. Grothe (?
unleserlich) Tochter verheiratet zum 1. tenmal mit Hinrich Friedrich Homfeldt, Müller zu Bünzen, mit dem sie 13
Jahre in der Ehe lebte und 4 Kinder (3 Söhne u. 1 Tochter) zeugten, wovon noch eine Tochter lebt: Margarethe verheiratet an Hans Hinrich Wichmann, Erbmüller zu Bünzen.
Die Verstorbene heiratet zum 2. Male den jetzigen Witwer Hans Hinrich Hahn, gewesenen Müller, jetzt
Abschiedsmann in Bünzen, mit dem sie 32 Jahre in der Ehe lebte und 5 Kinder zeugten (4 Söhne und 1 Tochter, welche alle bereits verstorben sind. Sie ist alt geworden 64 Jahr.
Sterbereg. Nortorf, 1785, S. 51, Nr. 19. begr. 14.1. 66 Jahr. Hans Hinrich Hahn, gewesener Müller in Bünzen,
seit 1 Jahr schwächlich, des weil. Peter Hahn in (Caden) Cayn. Er war in 1. Ehe verheiratet mit Greta Homfeldt,
geb. Harder's mit der er 33 Jahre im Ehestand gelebt hat und 6 Kinder zeugte, als 3 Söhne und 3 Töchter,
welche alle gestorben sind. Zum 2. Mal an die jetzige Witwe Anna geb. Tanken mit der er 4 Jahre im Ehestand lebte, 66 Jahr.
Copulationsreg. Nortorf, 1765, 14.5. S. 408, Nr. 14. J. (Junggeselle) Hans Henrich Wiegmann, Müller in Bünzen
, Siegfried Hans Christopher W. in Bramstedt und Anna Margarethe Homburgen (muß heißen: Gätgens) (ein
ungeklärtes Verwandtschaftsverhältnis Wichmann-Homburg besteht allerdings). Und Jfr. (Jungfrau) Margareth
Homfeldt, sel. Henrich Friedrich Homfeldt, Müller in Bünzen, und Margarethe, jetzt wieder verheiratete Hahnen in Bünzen, geb. Hardern Tochter.
Volkszahlreg. Kiel 1781. 1. Quartier, Großer Kuhberg, Hans Hinrich Wichmann, Mältzer u. Branntweinbrenner, 7
Familienmitglieder, wohlhabend, 3 Domestiken.
Sterbereg. Kiel 1786, 16. l./begr. 21.1. Nr. 54. Frau Margarethe Wichmann, geb. in Bünzen, im Amt Rendsburg
, alt 44 Jahr. Hinterläßt ihren Eheliebsten und 5 Kinder.
Volkszählliste 1803. S. 494, 4. Quartier Nr. 107 Holstenstr. gegenüber dem Papenthor. Hans Hinrich Wichmann
, 63 Jahre, Hausvater. Witwer. Tochter Marg. Frederika oo mit stud. theolog. Jasper Hansen, Tochter Henriette 1 Jahr.
Der Familie des Sohnes
Georg Friedrich Wichmann (III 7), Taufe 24.6.1748 in Bramstedt, des Pastors in Wedel blieb es vorbehalten,
durch zwei seiner Söhne die gefährdete Erbpachtsfolge in der Bramstedter Mühle aufrechtzuerhalten. Georg
Friedrich's Werdegang geht aus seiner Sterbeurkunde hervor (siehe Anlage). Er hatte die Tochter Maria
Elisabeth, des Sülfelder Pastors Johann Christian Wendisch (Pastor in Sülfeld von 1736-67) und der Caecilia
Hedwig Hartung, (ebenfalls eine Pastorentochter) geheiratet und wurde Pastor in St. Marien, Rendsburg, später in Wedel. Auch er starb am Schlaganfall mit 53 1/2 Jahren am 28.12.1798, begr. 4.1.1799 in Wedel,
seine Ehefrau starb ebenfalls in Wedel am 24.2.1826, begr. 2.3.
Ähnlich wie das Jahr 1811 wurde das Jahr 1826 für die Müllerfamilie Wichmann ein dramatisches Jahr. Der
Sohn des Wedeler Pastoren Siegfried Christian Peter W. (III 7 a) 1775 in Rendsburg geboren, hatte nicht nur
die Bramstedter Erbpacht der Mühle nach dem Tode des Onkels Siegfr. Christopher W. nach dem5.7.1811 übernommen, sondern auch noch die Witwe Christina Rebecca Margaretha geb. Mohr geheiratet, wie das zu
jener Zeit aus moralischen und Zweckmäßigkeitsgründen häufiger vorkam. Doch die am 2.8.1812 geschlossene
Ehe, auch im Alter stimmte alles, die Eheleute waren 37 und 36 Jahre alt, endete schon nach 2 Monaten am 3
.10.1812 mit dem Tode der Frau (Kirchbuchdiagnose Gallenruhr und Nervenfieber, also an einer akuten
Infektionserkrankung Ruhr oder Typhus (gleichzeitig Truppendurchzüge im Verlauf der napoleonischen Kriege).
Der Müller Siegfr. Christ. Peter heiratete nicht wieder und führte die Mühle bis zu seinem Tode am 25.1.1826 (51 jährig, Todesursache Schlaganfall).
Doch auch aus dieser Situation des fehlenden Nachfolgers mit Erbpachtberechtigung wurde ein Ausweg
gefunden, denn der Pastor hatte noch einen weiteren Sohn Johann Nicolaus Christopher (III 7b) geb. 1786,
Taufe 4.2. in Wedel, übrigens ein Zwilling. Sein sehr begabter Zwillingsbruder Daniel Christian Eberhard war mit
12 Jahren als hoffnungsvoller Schüler des Altonaer Christianeum, einer der angesehensten Schulen in Holstein,
1798 gestorben. Johann Nicol. Christopher W. war eigentlich schon etabliert, denn er hatte die Nachfolge des
Erbpächters sämtlicher Haseldorfer Mühlen Barthold Plüschau angetreten, und am 20.12.1816 die Tochter
Metta Plüschau geheiratet. Was ihn veranlaßt hat, die Haseldorfer Postition aufzugeben und die Erbpachtfolge in Bramstedt zu sichern, ließe sich eventuell aus der Haseldorfer Mühlengeschichte aufklären.
Das Ehepaar zog mit zwei Kindern, einem Sohn Siegfr. Friederich geb. 2.1./ Taufe 23.1.1820 in Wedel und
einer jüngeren Tochter Maria Margarethe nach Bramstedt; ein weiteres Kind wurde erwartet. Kurz nach dem
Umzug wurde eine Tochter Metta Elisabeth am 19.7./Taufe 23.7.1826 in Bramstedt geboren. So schien alles
einen erfreulichen Verlauf zu nehmen. Doch nach zwei Monaten beendete ein akutes Krankheitsgeschehen die
Zukunftshoffnungen der jungen Müllerfamilie. Denn am 21.9.1826 starb Johann Nicolaus W. mit 39 1/2 Jahren,
wie die Sterbeurkunde ausweist, an einer Brustentzündung, Lungenentzündung würde es heute heißen, oder foudroyante Form der Lungentuberkulose (die erst in diesem Jahrhundert durch Chemotherapie aus dem
Krankheitsgeschehen zum Verschwinden gebracht werden konnte). Auch der Sohn Siegfried Friedrich kann kein
höheres Alter erreicht haben, sicher starb er unter 40 Jahren, denn 1862 in der Sterbeurk. der Mutter wird er nicht mehr genannt.
Doch die Frau des Müllers Metta W. geb. Plüschau aus Haseldorf scheint eine lebenstüchtige, energische Frau
gewesen zu sein, denn sie gab nicht auf und ging nicht, wie man vermuten könnte, nach Haseldorf in ihre Heimat zurück, sondern sie wollte, obwohl ihre beiden Töchter u. der Sohn noch klein waren, die
Erbpachtsfolge in Bramstedt sichern. Als Müllerstochter war sie in der Lage, den Mühlenbetrieb mit einem
Müllergesellen Gottlieb Dietrich Niemann aus Ülzen weiterzuführen. Am 20.1.1828 heiratet sie G. D. Niemann,
und aus dieser Ehe geht noch eine Tochter hervor, Maria Dorothea, die später den Hufner C. H. Denker aus
Wiemersdorf heiratet, während die noch in Haseldorf geb. Tochter Maria Margarethe den Bramstedter Arzt Dr.
G. L. Schamvogel heiratet. Das Ehepaar Niemann führte die Mühle, sozusagen als Setzwirte, für die noch
kleinen erbberechtigten Kinder erster Ehe Wichmann. Der oben genannte Sohn Siegfr. Friedrich wird sicher vor
1846 gestorben sein, denn die inzwischen 20jährige Tochter Metta Elisabeth heiratet in diesem Jahr den von
der Kampener Mühle stammenden Nicolaus Friedrich Paustian, Sohn des Kampener Müllers Georg Andreas
Paustian und der Catharina Elisabeth geb. Abel. Mit Nicolaus Friedrich Paustian begann für die Bramstedter
Mühle, und man kann wohl sagen, auch für Bramstedt, eine neue erfolgreiche Ära, aber das ist ein weites Feld
und reicht nahezu bis in die Jetztzeit, denn Nicol. Fried. Paustian wurde 97 Jahre u. starb erst 1920. Seine
Frau Metta Elisabeth geb. Wichmann hat er noch 23 Jahre überlebt, sie starb am 9.11./begr. 12.11.1897.
Außer dem Bemühen, familiengeschichtliche Verflechtungen zwischen einer Reihe von Müllerfamilien in den
Ämtern Segeberg und Rendsburg aufzuzeigen (außer den Wichmann's in Bramstedt, Hahn's in Caden, Paustian
in Campen, Humfeldt in Bünzen u. Plüschau in Haseldorf, ferner am Rande Tiedemann's und Abel), war das
Hauptanliegen dieses Beitrages, die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die im Zeitalter hoher Sterblichkeit, in einem
Mühlenbetrieb auftreten konnten. Sie konnten aber durch die Einbeziehung weiblicher Familienmitglieder der
direkten Linie in die Erbpachtsfolge und durch zweckmäßige Ehepartner-Wahl innerhalb der Berufsgruppe z.B. im
Krankheits- oder gar Todesfall des Müllers bis zur Großjährigkeit und Berufsfähigkeit der erbberechtigten Kinder überwunden werden.
Es lagen in dieser Berufsgruppe ähnliche Verhältnisse vor, wie bei den sogenannten Holländer-Pächtern der
Milchviehbestände auf den Gütern, die ebenfalls eine selbständige Unternehmergruppe im vorindustriellen
Zeitalter darstellten, und in dem die Frauen eine ebenso wichtige Rolle spielten, wie bei den Müllern und Bauern.
Pacht- und Erbpachtfolge der Bramstedter Wassermühle (Kanzleimühle).
I Peter Wichmann, Grabplatte Friedhof.
Geb. 1625, + 3.11.1703, 78 Jahr, verheiratet mit N. N. geb. 1623, + März 1699 76 Jhar.
II Peter Wichmann, verheiratet mit Magdalene Haß(en) aus Itzehoe, geb. vor 1660, + 1721.
Erbpacht-Folge.
III Siegfried Hans Christopher Wichmann, 1746-1773.
III 6. Siegfried Christopher, 1773-1811.
III 7 a. Siegfried Christian Peter, 1811 - 25.1.1826.
III 7 b. Johann Nicolaus Christopher, 25.1.1826-21.9.1826. Metta Wichmann, geb. Plüschau, 1826-1828. Setzwirt, u. in 2 oo mit Gottlieb Diederich Niemann 1828-1846.
III 7 b Metta Elisabeth Wichmann oo 1846 mit Nicolaus Friedrich Paustian, Müllersohn von der Campener Mühle.
Otto Georg Wilhelm Paustian oo 27.11.1883 mit Adeline Agnes Magdalene Schümann, Tochter des Drittel-Hufners u. Gastwirt Joh. Hinr. Jasper Schümann u. Berta Maria Rosamunde geb. Tamm.
Zeittafel.
1628 Die Bramstedter Mühle brannte ab.
1633
Schenkt Christian IV., König v. Dänemark, das von ihm 1632 gekaufte Gut Bramstedt (Stedinger Hof) seiner Geliebten Wiebke Kruse aus Föhrden-Barl.
Die Kanzlei-Mühle wird zum Gut gelegt. Der Nießbrauch auch den Erben der Wiebke Kruse zugesichert.
1648 Sterben Christian IV. und Wiebke Kruse im gleichen Jahr.
Die Tochter Elisabeth Sophie Gyldenlöwe (die illegitimen Kinder Christian IV. und Friedrich III. bekamen den
Namen Gyldenlöwe), verheiratet mit dem Generalmajor in Norwegen Klaus v. Ahlefeldt, erben nach Erbteilung mit dem einzigen Bruder dieser Verbindung das Gut und die Mühle.
1659
Brandenburgische und polnische Truppen lagen während des sogenannten „Polackenkrieges" mehrere Wochen in Bramstedt. Dänische und Schwedische Truppen durchzogen den Flecken.
1665
Die finanzielle Notlage durch den Polackenkrieg zwingt Friedrich III. zur Verpfändung des Amtes Segeberg
. Die Enkelin Wiebke Kruse's Christine Sophie Amalie v. Ahlefeldt erbt das Gut Bramstedt u. die Mühle. Ihre drei Ehen:
1669
1.) mit Rittmeister Oberstleutnant Klaus v. Oertzen (mecklenburgischer Adel). Aus dieser Ehe 1 Tochter:
Charlotte von Oertzen, die den Grafen Thomas Theodor v. Schmiedegg heiratet, der in Ungarn Besitzungen hat
, 2.) mit Johann Friedrich Freiherr v. Kielmannsegg aus der österreichischen Linie, der 1695 seine Frau verließ und nach Österreich zurückging.
1697
Verkauf des Gutes Bramstedt an den Hessen-Kassel'schen Oberberghauptmann und Oberstleutnant Johann Ernst v. Grote aus niedersächsischem Adel.
1698
Die Mühle wird nicht mit verkauft und bleibt den Erben Wiebke Kruse.
1712 heiratet Christine Sophie Amalie geb. v. Ahlefeldt, geschiedene v. Oertzen, gesch. v. Kielmannsegg in 3.
Ehe den russischen Generalmajor Freiherr Diede zu Fürstenstein und wohnt als Baroneß von Dieden zusammen mit der Müllerfamilie in getrennten Räumen auf der Mühle.
1729
erbt nach dem Tode der Baroneß von Dieden ihre Tochter aus der ersten Ehe Gräfin Charlotte v. Schmiedegg geb. von Oertzen die Mühle. Die Familie von Schmiedegg wohnt auf ihren Besitzungen in Ungarn,
beansprucht, nur im Besuchsfall, Wohnraum in der Mühle.
1732 Müller Jochim Witte (nach Kirchenbucheintragung).
1740-1746 Müller Peter Haack (nach Harbeck).
1746
1. Erbpachtvertrag zwischen dem Grafen v. Schmiedegg als Besitzer und dem Müller Siegfried Hans Christopher Wichmann als Erbpacht-Müller.
Kinder des Erbpachtmüllers Siegfried Hans Christopher Wichmann und Anna Margarethe Gätgens (aus Elmshorn). oo 14.1./22.1.1728 Bramstedt.
Taufdaten.
1. Peter, 17.1.1731.
2. Anna, 23.3.1733 + früh.
3. Harm Anton, 26.5.1735, + früh.
4. Malen (Magdalena), 6.11.1737.
5. Hans Hinrich, 6.7.1740.
6. Siegfried Christopher, 13.9.1742.
7. Georg Friedrich, 24.6.1748.
8. Friedrich Christian, 5.2.1749, + früh.
9. Johann Christian, 13.10.1753.
Sterbereg. Bramstedt + 1773, 8./13.4. Nr. 30.
Siegfried Hans Christopher Wichmann, hiesiger Mühlenpächter, des weil. Peter Wichmann's u. Magdalena geb.
Haßen aus Itzehoe Sohn verheiratet an Frau Anna Margaretha Gätkens aus Elmshorn hinterläßt mit ihr gezeugte Kinder, als
1.) Peter Wichmann, Kirchspielvogt in Kaltenkirchen verheiratet an Frau Sophia Hedwig geb. Hoyern davon
a) Siegfried Hans Christopher, b) Anna Margaretha, c) Peter, d) Maria, e) Sophia Agnetha, alle Wichmann's
2.) Magdalena Wichmann, verheiratet an Daniel Hahn, Müller zu Caden davon
a) Margaretha Catharina, b) Anna Dorothea, c) Magdalena Caecilia Sophia, e) Christina Hedwig, alle Hahn's
3.) Hans Hinrich Wichmann, verheiratet an Margaretha geb. Homfeldt aus Bünzen, davon
a) Siegfried Christopher, b) Hinrich Friedrich, beide Wichmann's
4.) Siegfried Christopher Wichmann
5.) Georg Friedrich Wichmann, Pastor in Rendsburg, verheiratet an Maria Elis. geb. Wendisch.
6.) Johann Christian Wichmann.
Der alte Wichmann stirbt am Schlage. Alt 71 Jahr 2 Monate.
Sterbereg. Segeberg 1820, 19.12./24.12. Nr. 10 nach Adv.
Sophia Hedewig Wichmann in Segeberg, Tochter des weil. Pastor Hoyer zu Kaltenkirchen verheiratet gewesen
an den weil. Hausvogt Wichmann zu Segeberg. Die Leibeserben sind:
1.) Advokat Siegfried Hinrich Christopher Wichmann in Bredstedt.
2.) Anna Margaretha Christine, Ehefrau des Leutnants u. Postmeisters Koch in Segeberg.
3.) vier Kinder des zu Heilshoop verstorbenen Sohnes Peter, welche Hans, Peter, Mina u. Lena heißen.
4.) Katharina Frederika Hedewig, Ehefrau des Baron's von Brockdorff in Glücksburg.
5.) Andreas, unverheiratet, in Petersburg. Sie starb über 80 Jahre alt.
Sterbereg. Kaltenkirchen West 1794, 19.2./23.2.
Daniel Hahn, Kätner in Kaltenkirchen, vormals Mühlenpächter in Caden. weil. Peter Hahn, Müller zu Caden u.
weil. Caecilia Dorothea geb. Dreier eheleiblicher Sohn, alt 68 1/4 Jahr u. 14 Tage, hinterläßt seine Witwe geb. Wichmann u. 6 Kinder
1.) Margarethe Catharina, verehelicht mit Christoph Wecker, Bürger u. Gastgeber in Segeberg,
deren Tochter heißt Magdalena.
2.) Anna Dorothea, verwitwete Controlleurin Hartmann,
deren Tochter heißt Magdalena.
3.) Magdalena verehelicht mit Hans Peter Bendixen,
deren Kinder sind Daniel Friedrich, Detlev Siegfried, Botilla Dorothea Christiana, Magdalena Johanna Christine,
Christiana Agatha Amalia, Lucia Frederika Christiana, Hans Johann Gerhard.
4.) Caecilia Sophia, verehelicht mit Thiel Abel, Mühlenpächter zu Caden,
deren Kinder sind Magdalena und Franz Martin.
5.) Peter Jacob.
6.) Johanna Antoinette Christina.
Sterbereg. Kiel 1818, Nr. 163, 2.8./5.8.
Der hiesige deputierte Bürger Hans Hinrich Wichmann, alt 78 Jahre, gebürtig aus Bramstedt, Witwer, hinterläßt 4 Kinder.
Sterbereg. Bramstedt 1811, 5.7./8.7.
Bramstedt, der hiesige Erbpachtsmühlenpächter Siegfried Christoph Wichmann, des weil. Hans Christopher
Wichmann und Anna Margaretha geb. Gätgens ehel. Sohn, war verheiratet an:
1.) Metta Magdalena geb. Butenschön,
aus welcher Ehe keine Kinder.
2.) an Christiana Elisabeth Henriette geb. Rudolphi,
aus welcher Ehe auch keine Kinder.
3.) an Christiana Rebecca Margaretha geb. Mohr aus Glückstadt,
aus welcher Ehe ebenfalls keine Kinder.
Er starb am Schlage, 68 Jahr.
Sterbereg. Wedel. 28.12.1798/4. Januar 1799.
Öffentlich mit Parentation Herr Georg Friedrich Wichmann, Prediger hierselbst, des weil. Erbmühlenpächters
Siegfried Hans Christopher Wichmann zu Bramstedt und Anna Margaretha geb. Gätgens eheleiblicher Sohn. Er
ward im Jahre 1772 Prediger in Rendsburg, und nach 9 Jahren u. 7 Monaten im Jahre 1781, dem 2.12. trat
hierselbst sein Amt an, welches er 17 Jahre und 3 Wochen redlich u. treu gewaltet. Er war ein Mensch von
ausgebreiteten theologischen u. anderen Kenntnissen, sein Herz sprach aus seinem Munde, u. die Redlichkeit
seiner Amtsführung wird sein Gedächtnis in Segen erhalten. Er endete durch einen Schlagfluß schnell und leicht
sein Leben, nachdem er 53 Jahre 6 Monate u. 4 Tage alt geworden. Er ist verheiratet gewesen mit Marie Elisabeth geb. Wendisch, die er hinterläßt und zwei Kinder: Siegfried und Nikolaus.
Gott sei in Demuth gepriesen, daß er ihn bald und selig hat vollenden lassen. Seine Gemeinde weihe ihm eine
Zähre der Dankbarkeit und ehre seine Asche durch Ausübung seiner Lehre.
Die Lebensdaten der drei Ehefrauen des Siegfried Christopher Wichmann III, 6. + 5./begr. 8.7.1811. 2. Erbpachtmüller in Bramstedt.
1. oo 20.12.1780 Bramstedt mit Metta Magdalena Margaretha Butenschön, geb. 16./Taufe 18.4.1763, Tochter
des Kirchspielvogtes u. Zollverwalters Johann Barthold Butenschön in Bramstedt, u. Metta Marg. Basuhn, gestorben mit 25 Jahren am 20.8./ begr. 23.8.1787 an Scharlachfieber.
2. oo mit Elisabeth Christiana Rudophi, geb. 1775, Tochter des Herrn Inspectors
Gerhard Ulrich Rudolphi, Glückstadt, u. Christiane Charlotte geb. Winkler, gestorben am 14./begr. 15. März
1807, „krampfartige Zufälle", fast 32 Jahre.
3. oo Christiane Rebecca Margarethe Mohr, geb. 1776, Tochter des Schusters oder Schiffers (?) Claus Mohr, Hamburg, und der Margarethe Lindemann.
36 Jahr gestorben am 3./begr. 6.10.1812. Gallenruhr u. Nervenfieber. Ihre 2. Ehe mit Siegfried Christian Peter Wichmann III a. am 2.8.1812.
Sterbereg. Bramstedt. 1787, 31. l./begr. 5.2.
Bramstedt. Der Halbhufner und Gastwirt Johann Christian Wichmann, des weil. Siegfried Hans Christopher
Wichmann's hiesiger Erbmühlenpächter und der noch lebenden Anna Margarethe geb. Gätgens ehelicher Sohn
war verehelicht mit Anna Christina Grothen aus Itzehoe gebürtig. Hinterläßt aber von ihr keine Kinder. Er starb an der Schwindsucht im 34. Jahr seines Lebens.
Copulationsreg. Bramstedt. 1846, 11. 1.
Nicolaus Friedrich Paustian, jetziger Erbpachtmüller in Bramstedt. Des Müllers Georg Andreas Paustian in
Campen u. Catharina Elisabeth, geb. Abel, ehelicher Sohn, alt 22 Jahr, und Metta Elisabeth Wichmann
hierselbst des weil. hiesigen Erbpachtsmüller Johann Nicolaus Wichmann und der noch lebenden Metta geb. Plüschau eheliche Tochter, alt 20 Jahre.
Müller-Familie aus Bramstedt oder Umgebung um 1818. Original im Landesmuseum Schloß Gottorp, Schleswig.
Von dem Bonner Silhouettenschneider Franz Liborius Schmitz (1762-1827), der von 1799 bis 1825 durch
Skandinavien und Schleswig-Holstein reiste. (Schlesw.-Holst. Silhouetten. Kunst in Schlesw.-Holst.) 1959. S. 119-121. Ernst Schlee.
Mühlenpächter der Mühle zu Kampen, Kirchspiel Kaltenkirchen.
Nicolaus Friedrich Paustian.
geb. 1745. + (als Abschiedsmann) 9.3./begr. 14.3 1820 in Kaltenkirchen. 75 Jahre.
verheiratet vor 1770 mit Margarethe Tiedemann's
hinterlassen 6 Kinder
Conrad, Gerhard, Marike, Stina, Friederika.
Georg Andreas Paustian. Müller zu Campen.
verheiratet 16.8.1817 Kaltenkirchen West
mit Catharina Elisabeth Abel, Tochter des Müllers Thiel Abel zu Caden.
Nicolaus Friedrich Paustian geb. Kaltenkirchen West 25.12.1823
Taufe 11.1.1824 Nr. 14.
verheiratet mit Metta Elisabeth Wichmann geb. 19.7./T. 23.7.1826 Bramstedt.
oo Bramstedt 1846. Nr. 2. + 15.1./ begr. 18.1.1920 Bramstedt.
+ 9./begr. 12.11.1897 Bramstedt.
Mühlenpächter der Mühle zu Caden.
Peter Hahn. geb. c 1687/88. + 4.1./ begr. 10.1.1757. Kaltenkirchen verheiratet mit Caecilia Dorothea Dreier,
geb. c 1689/90. vor 1719. + 28.1./begr. 3.2.1759.
Daniel Hahn. geb. 1725. + als Kätner u. Rentner Kaltenkirchen 19.2./begr. 23.2.1794
verheiratet mit Magdalena geb. Wichmann, Tochter von Siegfried Hans Christopher Wichmann, Erbpachtmüller in Bramstedt. oo 1758 in Bramstedt.
Thiel Abel + 20.12./begr. 23.12.1820 Kaltenkirchen West 1821, Nr. 1 verheiratet mit Caecilia Sophia Hahn.
Tochter von Daniel Hahn. 7 Kinder, darunter Franz Martin, später Nachfolger des Vaters, und Catharina Elisabeth, später Ehefrau des Campener Müllers Georg Andreas Paustian.
Franz Martin Abel. Müller zu Caden
verheiratet 23.4.1821 mit Friederika Sophia Paustian, Tochter des Müllers Nicolaus Friedrich Paustian u. Margarethe Tiedemann's.
aus dem Bramstedter Stellenverzeichnis (abgeschrieben von Prof. Hans Riediger)
Bramstedt
Inste Nr. XXIV
(Bramsteder Insten)
Peter Wichman, Moller, getr. 25.p.Trin.1646 mit Geseke Lindemannes aus Bramstedt, T.d. Rottker Lindeman, gest. 17.12.1699, begr. 28.12.1699;
Kinder:
Clawes, geb. 1648, get. 1.3.1648, gest. "ümb die Adventzeit" 1657;
Gev.: Jochim Wichman, Peter Kerlls, Cattrina Lindemannes;
Abell
, geb. 1649, get. "ümb die Zeit der Buchweitzenerndte"
1649, getr. 2.10.1667 mit Hanß Götschen von Hartenholm,
Gev.: Fr. Ellsebe Röpstorpfen, Wibke Toden, Clauß Wichman;
Christoffer, geb. 1651, get. Laetare 1651, gest. "ümb die Adventzeit" 1657 (Pocken);
Gev.: Christoffer Roepstorff Vorwalter auf dem Hoeff Bramstede, Abel Lewahn, Magdalena Wichmans;
Lysebett Sophia
, geb. 1652, get. 1.Adv.1652, getr. 1688 mit Siegfried Bensen, Pastor in Stellau und Schenefeld, Pastor und Probst in Meldorf von 1704-09;
Gev.: Die HochEdle Frauw Elisabett Sophia Gülden Löwen, Junckfrauw Gertrudt Krusen, Cordt Lindeman;
Rottger
, geb. 1653, get. 2.Adv.1653, gest. 3.9.1693, getr. 21.10.1680 mit Engell Bartels aus Bramstedt,
Gev.: Arendt Wulff, Jochim Westphall, Cattrina Kerlls von Kellinckhusen;
Peter
, geb. 1654, get. 26.p.Trin.1654, getr. 28.4.1691 mit Magdalena Hassen von Itzehoe,
Gev.: Dethlevus Galenbecius, Hans Roepstorpen vnd Anna Lindemanß;
Maria
, geb. 1656, get. Sexs.ges.1656, gest. am anderen Tage 1656;
Gev.: F. Engel Galenbeken Pastorsche, Geseke Rovers, Hinrich Lindeman;
Christian
, geb. 1657, get. 1657, gest. 1659 in Crempe, begr. 15.9. 1659, "Ist gestorben in Crempe, alß die
Schweden ins Land gekommen. Von dannen es heraußgeführet v. zu Bramstedte begraben nachdem er etwa 20 Wochen gelebet."
Gev.: H. Christian Schlaff, H. Daniel Galenbeck, J. Anna Röpken;
Clauß Christoffer, geb. 1659, get. Judica 1659, gest. 1659 in Crempe, begr. 15.9.1659;
Gev.: Albrecht Bartels, Han Tode, Ellsebe Lindemanß;
Hanß Christoffer
, geb. 1661, get. 1.p.Trin.1661, um 1702 auf Gut Claderam in Mecklenburg,
Gev.: H. Han Schroder, Majeur, H. Ludwig Heinrich Schlaff, J. Heilwig Röpstörpffen;
Burchard
, geb. 1662, get. 19.p.Trin.1662, gest. 1663, begr. 17.5.(Cantate)1663;
Gev.: Mons. Burchard Röpstrpff, Conrad Damman, J. Engeborgh Freimuths;
Christina Maria
, geb. 1664, get. Palmarum 1664, gest. 1668, begr. 1.6.1668,
Gev.: Fr. Christina Galenbeken, Pastörinn, Fr. Margareta Bäwmeisters, Peter Elerß von Itzehoe;
Literaturverzeichnis und Quellenangaben:
1. Wolfgang Prange. Entstehung und innerer Aufbau des Gutes Bramstedt. Zeitschr. f. Schlesw. -Holst. Gesch. Bd. 91, 1966, S. 122-175.
2. Harbeck. Chronik von Bramstedt.
3. Dr. H. A. Hermann. Jahrbuch des Kreises Plön, XIII. Jahre, 1983, S. 18.
4. Heinrich Pöhls. Heimatbuch des Kreises Plön, 1953, Ländliches Handwerk u. Gewerbe, S. 257-262.
5. Bürgermeister Kinder, Plön. Beiträge zur Stadtgeschichte, S. 335, Forst- u. Jägermeister, Freiherr Otto Dietrich v. Brockdorff.
6. Ernst Kröger. Kisdorf, Barghof. Die Kirchspielvögte von Kaltenkirchen. Heimatkl. Jahrb. d. Kreises Segeberg, 1973. 19. Jahrg. S. 51-98.
7. Otto Fr. Arends. Gejstligheden i. Slesvig og Holsten fra Reformationen til 1864.
8. Karl-Rud. Storjohann. Kalkbergbeamte u. Amtsverwalter des Amtes Traventhal. Jahrb. Segeberg 1982.
9. Karl-Rud. Storjohann. Amtmänner u. Amtsverwalter des Kgl. dän. Amtes Segeberg. Jahrb. Segeberg 1983. S. 71.
10.. Hans Simonsen. Segebergs ältere Häuser. 1956. Die Kirchspielvogtei in der Lübecker Str.
11. Hans Hübner. Altes Postwesen in Segeberg. Die „Heimat" 1950, Heft 6.
12. G. Reimer, Böken. Geschichte des Aukruges. 3. Aufl. 1978. Verlag Möller Söhne, Rendsburg.
13. Lilly Martius. Schlesw.-holst. Malerei. Wachholtz-Verlag, Neumünster 1956.
14. Landesarchiv Schleswig Abt. 110, 3 Fol 769. 706. Bramstedter Schuld- u. Pfandprotokolle. Cautionsprotokoll, betrifft Erbpacht-Vertrag
zwischen den Grafen v. Schmiedegg in Ungarn u. dem Müller Siegfried Hans Christopher Wichmann, Bramstedt.
15. Kirchenbücher der evang. Gemeinden Bramstedt, Kaltenkirchen, Segeberg, Nortorf, Wedel, Kiel, Bredstedt u. Zarpen.
Für freundliche Unterstützung möchte ich Frau Warnke, Frau Keßlau und Frau Stiller von den
Kirchenbuchämtern Bramstedt, Segeberg u, Kaltenkirchen und Herrn Amtsrat Witt vom Landesarchiv Gottorp-Schleswig herzlich danken.
mehr zu Mühlen und den Paustians gibt es hier: 1993: 150 Jahre Kisdorfer Mühle